Bill Gates soll in Rente gehen

Unter einflussreichen Investoren des Konzerns Microsoft werden Stimmen laut, die fordern, dass sich Bill Gates nach über 38 Jahren  aus seinem Unternehmen zurückzieht. Die Sorge ist, dass er zwingend notwendigen Veränderungen in der Unternehmensstruktur und Zukunftsplanung im Weg stehen könnte.

Microsoft – das Lebenswerk

Mit nur 20 Jahren gründete Bill Gates mit seinem Freund Paul Allen 1975 die Microsoft Corporation. Das Unternehmen beschäftigt heute über 94.000 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von 73,72 Milliarden US-Dollar. 1981 gelang ihnen mit der Entwicklung des Betriebssystems MS-DOS für IBM der große Durchbruch. Heute ist Bill Gates der reichste Mann der Welt. Zusammen mit seiner Frau Melinda hat er die Bill & Melinda Gates Foundation gegründet und dieser über die Jahre in Summe 28 Milliarden Euro gespendet. Damit ist die Foundation die einlagenstärkste Privatstiftung der Welt. Die Hauptanliegen die mit der Stiftung verfolgt werden sind die landwirtschaftliche Entwicklung und die Bekämpfung von Krankheiten.

Ein (zu) kleiner Teil des Kuchens

In den letzten Jahren fehlte es Microsoft an innovativen und erfolgreichen Produkten. Im ewigen Konkurrenzkampf mit Google kann sich Mircrosoft mit seiner eigenen Suchmaschine Bing nicht durchsetzen. Und auch auf dem Smartphonemarkt erreichte das Windows Betriebssystem Phone 8 nur einen Marktanteil von unter 4 %. Zu schaffen macht dem Unternehmen auf diesem Sektor Apple mit iOS und Google mit Android, die sich als Marktführer positioniert haben.

Aktuelle Position

Bill Gates war über viele Jahre als CEO, Aufsichtsratsvorsitzender und Chefentwickler in seinem Unternehmen tätig. Nach und nach gab er Verantwortung und Kompetenzbereiche ab und ist heute nur mehr als Chairman (Vorsitzender des Aufsichtsrates) tätig. Von 2000 bis zu diesem Jahr war Steve Ballmer als Microsoft-Chef tätig. Damit werden ihm auch die Versäumnisse in der Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu Lasten gelegt. Die kritischen Investoren sind nun der Auffassung, dass es einer neuen Konzernstrategie bedarf. Dieser wäre Bill Gates hinderlich, da er sich nicht auf die Veränderungen einlassen würde. Auch ein neuer Konzernchef habe es mit innovativen Ideen unter Gates Aufsicht schwieriger.

Natürliche Selektion

Bill Gates veräußerte bisher jedes Jahr 80 Millionen Anteilsscheine. Würde er dies in gleichem Stil fortsetzen, so wäre im Jahr 2018 keine einzige Aktie des Microsoft Konzerns mehr in seinem Besitz. Doch die Investoren wollen offenbar keinen freiwilligen bzw. natürlichen Ausstieg Bill Gates abwarten. Nach aktuellen Forderungen soll Gates sich so schnell wie möglich komplett aus dem Unternehmen zurückziehen.

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