FBI schaltet „ebay für Drogen“ ab

Dem FBI gelang ein großer Coup im Rahmen der Sprengung eines Netzwerks, welches im Internet für einen bisher straffreien Drogenhandel, Handel mit illegalen Produkten und Dienstleistungen zur Verfügung stand.

Silk Road

Die Plattform nennt sich Silk Road (engl.: Seidenstraße) und ist nur über ein Anonymisierungstool namens TOR zugänglich. Im Februar 2011 ging die Seite nach einer sechsmonatigen Entwicklungsphase online. Potentielle Interessenten konnten hier über 2 Jahre lang unbehelligt ihre illegalen Geschäfte abwickeln, weshalb die Seite auch scherzhaft Namen wie „Amazon für Dealer“ bekam. Bezahlt wurde auf Silk Road mit sogenannten Bitcoins. Hierbei handelt es sich um eine virtuelle Währung, die vielerlei Einsatzzwecke hat und seit Beginn stark im Kurs schwankt.

Ross William Ulbricht

Ulbricht schloss sich mit dem Gründer von Silk Road zusammen, nachdem er eine Lücke im System erkannte. Über den ursprünglichen Initiator der Seite ist bis heute nichts Näheres bekannt. Ulbricht jedoch wurde nach dem lange anhaltenden fragwürdigen Erfolg leichtsinnig und gab dem FBI, welches schon lange mit vollem Einsatz daran arbeitete den gesetzeswidrigen Handlungen auf der Plattform ein Ende zu bereiten, eine heiße Spur.

Größenwahn oder purer Leichtsinn?

Ross William Ulbricht muss sich nun in zwei separaten Anklagen verantworten. Ihm wird die Verschwörung zum Drogenhandel, Hacken von Computern und Geldwäsche vorgeworfen. Noch viel schwerwiegender lautet ein weiterer Anklagepunkt, bei dem es sich um versuchten Mord handelt. Mehrfach gab Ulbricht seine Identität stückchenweise auf Portalen wie zum Beispiel einem Forum für Unterhaltungen über Bitcoins preis. Bis die Informationen letztendlich ausreichten und das FBI am Dienstag in San Francisco zuschlagen konnte und Ulbricht festnahm.

Killer-Kommando

In den Anklageschriften geht es des Weiteren um zwei Auftragsmorde, die Ulbricht veranlasst haben soll. Insgesamt 230.000 US Dollar soll Ulbricht in Auftrags-Killer investiert haben, um für ihn unbequem gewordene Menschen aus dem Weg zu schaffen. Ziel seiner fürchterlichen Pläne sollte zum einen ein Kanadier werden, welcher ihn mit der Preisgabe von echten Namen von Usern von Silk Road um eine halbe Million Dollar erpressen wollte. Zum anderen wollte er einen seiner eigenen Mitarbeiter zuerst „nur“ foltern lassen, entschied sich dann allerdings um, diesen doch auch ermorden wollen zu lassen. Für beide Morde erhielt er zwar Beweisfotos, jedoch konnten die bisherigen Ermittlungen keine der Taten nachweisen.