Heftiger Taifun erschüttert China

Wie eine Geisterstadt stand Hongkong am gestrigen Sonntagabend still. Nichts rührte sich mehr, es war geradezu totenstill, als man auf die Ankunft des schlimmsten Taifuns des Jahres wartete. „Usagi“, Hase des Himmels, wurde er liebevoll und niedlich getauft. Seine Hinterlassenschaft war alles andere als das.

Die Vorbereitungen

Beim Taifun „Usagi“ handelte es sich zumindest nicht um eine komplett überraschende Naturkatastrophe. Noch vor der Ankunft wurde die höchste Alarmstufe im Land ausgerufen. Flug- und Zugverbindungen wurden gestrichen, die Küstenwache gab Warnungen für alle Seeleute heraus, man solle sich auf bis zu 9 Meter hohe Wellen einstellen. Auch Fähren und Busdienste wurden gestoppt. Sicherheitshalber fuhr man im Atomkraftwerk Dayawan vier der sechs Reaktorblöcke auf eine niedrigere Auslastung herunter.

Das Ausmaß der Zerstörung

Bereits am Samstag wurde die Insel Batan der Philippinen vom Eintreffen des Tropensturms erschüttert. Zwei Menschen starben. Auf der Insel Luzon waren aufgrund von Überschwemmungen und Erdrutschen mehrere Straßen unpassierbar. In Taiwan verursachte der Sturm schwere Regenfälle, die zu Überschwemmungen führten. 3.500 Menschen mussten hier evakuiert werden. 25 Todesopfer wurden bisher offiziell von den chinesischen Behörden gemeldet, nachdem der Supertaifun über die südchinesische Küste gefegt war. Mit bis zu 180 Stundenkilometern entwickelte „Usagi“ eine enorme Zerstörungskraft und riss Brücken, Häuser und Strommasten entzwei.

Taifun – was ist das genau?

Ein tropischer Wirbelsturm entsteht durch ein extremes Tiefdruckgebiet über dem Meer. Stark verdunstendes Wasser an der Oberfläche (Temperaturen von bis zu 26 Grad sind hierfür erforderlich) steigt auf, wobei durch die Corioliskraft ein riesiger Wirbel entsteht. Dieser ist das sogenannte „Auge“ des Sturms. Die feuchte Luft steigt im Auge immer weiter auf und reißt kühlere Massen an Luft mit sich, die sich dann erwärmen. In diesem überaus stabilen System können sehr hohe Windgeschwindigkeiten entstehen. Trifft der Taifun auf die Küste, lässt nach einer gewissen Zeit der Antrieb nach, da er sich nicht mehr selbst von unten mit neuer Luft, die aufsteigt, speisen kann. Speziell als Taifun werden die Stürme westlich der internationalen Datumsgrenze und nördlich des Äquators bezeichnet.

Ausblick

Laut chinesischer Wetterbehörde soll der Sturm sich auf dem Weg nach Nordwesten abschwächen und so keine extreme Bedrohung mehr für die Bevölkerung darstellen.