Terror in Nairobi

Die Gewalt in Ostafrika hat noch lange kein Ende. Aufgrund des Rückzugs der Schabab aus einigen Städten und weil einige wichtige Mitglieder der islamistischen Bewegung den Rücken zukehrten, keimte die Hoffnung auf, das Schlimmste wäre überstanden.

Wer ist die al-Schabab?

Wörtlich übersetzt bedeutet al-Shabaab „die Jugend“. Es handelt sich hierbei um eine militante islamistische Bewegung. Ursprünglich entsprang sie dem radikalen und militanten Zweig der Union islamischer Gerichte. Die Anhänger und Mitglieder der Vereinigung bekämpften im somalischen Bürgerkrieg die äthiopischen Truppen und Somalias Übergangsregierung. Seit diese im Jahr 2012 aufgelöst wurde, richten sich die Bemühungen nun gegen den somalischen Staat. Ganze Teile Südsomalias sind komplett in ihrer Gewalt. Dort setzt die al-Shabaab eine extreme Auslegung der Schari’a durch. Das eigentliche finale Ziel, das verfolgt wird, ist die Errichtung eines islamischen Staates am Horn von Afrika und die Teilnahme an einem weltweiten Dschihad.

Geiselnahme in Kenia

Seit Samstag ist jetzt klar: Schabab-Milizen überfielen das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi. Bisher starben 62 Menschen und es gab 175 Verletze. Das letzte Mal gab es einen Anschlag dieses Ausmaßes 1998. Damals handelte es sich um einen Sprengstoffangriff der al-Qaida auf die US-Botschaft in Kenia. Die aktuellen Vorkommnisse zeigen: Die al-Schabab ist keinesfalls Vergangenheit. Es fand lediglich eine Splittung in verschiedene Fraktionen statt. Die Vereinigung hat sich radikalisiert.

Gezielte Aktion

Im Westgate-Einkaufszentrum geht die kenianische Oberschicht ein und aus. Es ist ein beliebter Treffpunkt für Amerikaner und Europäer. Der Schabab-Sprecher Scheich Abdulasis Abu Musab bestätigt in einem Interview, dass man gezielt dieses Einkaufszentrum ausgewählt hätte, da hier Amerikaner und Juden ihr Geld unter die Leute bringen. Das eigentliche Ziel der Aktion ist es, Kenia dazu zu zwingen die Truppen aus dem Nachbarland Somalia abzuziehen.

Aktueller Stand

Spezialeinheiten durchkämmten zentimeterweise das Einkaufszentrum auf der Suche nach noch vermissten Geiseln und Milizen der al-Shabaab. Immer wieder kam es dabei zu Explosionen und Schießereien. Zehn Polizisten kamen bisher ums Leben. Einige verdächtige Personen wurden bereits verhaftet, unter ihnen auch US-Bürger, die ursprünglich aus dem arabischen Raum stammen. Der Tourismusminister versucht die internationalen Besucher des Landes zu beruhigen und meint, man hätte die Situation unter Kontrolle und könne sich im Land sicher fühlen.